2016 jahresschlussrapport

 

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Weitere Fotos folgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hoher Besuch bei der Zivilschutzorganisation Hardwald

 

Am Freitag, dem 02.12.16 fand der jährliche Schlussrapport der Zivilschutzorganisation (ZSO) Hardwald am Klotener Schluefweg statt und vermochte mit seiner hochkarätigen Redner- und Gästeliste zu überzeugen. Denn nebst dem Rückblick auf das Zivilschutzjahr 2016 und dem Ausblick auf das Jahr 2017 fand dieses Jahr eine Podiumsdiskussion, mit drei nationalen Politikgrössen und dem Moderator Georg auf der Maur statt.

Den Auftakt des Jahresschlussrapports der Zivilschutzorganisation machte Klotens Sicherheitsvorsteherin und Nationalrätin Priska Seiler Graf mit ihren Ausführungen zum Zusammenschluss der fünf Hardwaldgemeinden zur ZSO Hardwald. Nationalrätin Seiler Graf lobte die erst kürzlich vollzogene Fusion, deren Einleitung sie selbst miterlebt und mitgestaltet hatte und betonte, dass man hier auf einem guten und gelungenen Weg sei. Die neu gebildete Zivilschutzorganisation ermögliche es den gesetzlichen Auftrag wahrzunehmen und dabei die Kosten zu reduzieren. Dies komme insbesondere der Allgemeinheit zu Gute.

Der Zivilschutzkommandant Peter Schwarz führte anschliessend die Anwesenden durch das Zivilschutzjahr 2016. Dabei standen die verfolgten Ziele und Einsätze des ZSO Hardwald im Vordergrund. Das Zivilschutzjahr 2016 stand unter dem Motto „Einsatzbereitschaft erlangen – Aufgaben zu Gunsten der Gemeinschaft intensivieren“. So führte Kommandant Schwarz auch aus, dass neben den anspruchsvollen Ausbildungsdienstanlässen der ZSO, die Kontinuität der Einsätze zu Gunsten der Gemeinschaft im Jahr 2016 sichergestellt werden konnte. Auch dieses Jahr wurden wieder Einsätze in Altersheimen durchgeführt. Auch konnte das Ferienlager ASSISTA neuerlich durchgeführt werden. Und im Zuge der andauernden Flüchtlingskrise leistete die ZSO bei der Aufnahme und Beherbergung von Menschen in Not ihren Beitrag.
Mit Selbstkritik sparte Peter Schwarz nicht; Insbesondere in der Zusammenarbeit mit Partner, wie zum Beispiel der Feuerwehr, sei noch weiterer Verbesserungsbedarf angezeigt und auch nötig. Mit Blick auf allfällige Krisensituationen sei eine noch engere Zusammenarbeit anzustreben. Peter Schwarz resümierte jedoch mit den folgenden Worten: „Die ZSO ist auf Kurs. Wir vom Kommando sind sehr zufrieden mit der Entwicklung und bedanken uns bei allen Beteiligten für ihr Engagement herzlich“

Das Highlight bei dem Jahresschlussrapport fand sich in der Podiumsdiskussion. Sage und schreibe zwei Nationalräte und eine Nationalrätin nahmen hier teil. Durch die Diskussion führte niemand anderer als Georg auf der Maur, Chef Info des GFO Kloten und langjähriger Redaktor beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).
Die Nationalräte Jakob Bücheler und Beat Flach, wie auch die Nationalrätin Priska Seiler Graf nahmen Stellung zum Thema „Dienstpflicht: Pro und Contra“.

Auf der Maur begann die Podiumsdiskussion mit der provokanten Aussage, dass der Zivilschutz zu viele Leute hat, die er nicht wirklich beschäftigen kann. Darauf bestätigte Nationalrat Flach zwar, dass eine solche Tendenz für den Kanton Zürich gegeben sei, jedoch treffe dies nicht auf die ZSO Hardwald zu. Nationalrat Büchler unterstrich in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit des Zivilschutzes. Als Beispiel nannte er vergangene Hochwasserereignisse im Kanton Zürich und wie er das herausragende Engagement des Zivilschutzes beim Sichern der gefährdeten Dämme empfand. Ohne diese Unterstützung des Zivilschutzes hätte allenfalls sein Bauernhof mit samt der Tiere evakuiert werden müssen. Auch Nationalrätin Seiler Graf betonte die Wichtigkeit des Zivilschutzes und dessen Aufgabe. Sie sah die Wichtigkeit des Zivilschutzes insbesondere bei der Unterstützung der Partner im Falle von Grossereignissen. So könne der Zivilschutz zum Beispiel bei einem Feuerwehreinsatz die Aufgabe der Betreuung der Menschen übernehmen. Nationalrat Flach, selbst Feuerwehrkommandant, gab allerdings auch zu Protokoll, dass seiner Ansicht nach der Zivilschutz in Zukunft besser mit den Partner zusammenarbeiten sollte. Für seine Gemeinde sieht er diese Zusammenarbeit zwischen Zivilschutz und den Partnern, wie der Feuerwehr, noch zu wenig. Nationalrätin Seiler Graf meinte zur Frage von auf der Maur abschliessend, der Zivilschutz habe sinnstiftende Aufgaben zu übernehmen, welche die Beschäftigung der Zivilschützer sicherstellen.

Die Diskussion drehte sich im weiteren Verlauf stark um die Frage der Militärdienstpflicht und der Problematik des abnehmenden militärischen Bestandes. Von Seite der Armeeführung steht insbesondere der Zivildienst zunehmend in der Kritik, da dieser ursächlich für den sinkenden Bestand des Militärs sei. Nationalrätin Seiler Graf meinte hierzu, dass der Bestand der Heeresstärke nicht gefährdet sei. Zwar sei die Zahl der Zivildienstler gestiegen, diese verharre nun aber auf einem konstanten Niveau. Für Nationalrat Büchler ist klar, dass der Armeebestand zu sichern sei. Schliesslich habe sich das Volk in der Vergangenheit mehrmals für den Erhalt der Dienstpflicht ausgesprochen. Büchler sieht jedoch die Widereinführung der Gewissenspflicht als ungeeignetes Mittel um den Armeebestand zu gewährleisten. Nationalrat Flach erkennt das Problem des sinkenden Armeebestandes insbesondere bei der Armee selbst. Es sei insbesondere nicht das System des Zivilschutzes und des Zivildienstes zu schwächen um die Armee zu stärken. Die Armee habe selbst für eine steigende Attraktivität zu sorgen, indem sie zum Beispiel vermehrt auf den Einbezug von Spezialisten achtet. Auch Nationalrat Büchler betont, dass das Militär attraktiver werden muss. Insbesondere sei das militärische Kader besser auszubilden, damit die Wiederholungskurse auch professioneller und programmgefüllter stattfinden könnten. Er betont jedoch, dass es nicht Sinn und Zweck des Militärs sei „ein Schoggijob“ zu sein. Ziel sei es nach wie vor, den Verfassungsauftrag der Landesverteidigung wahrzunehmen, wofür eben auch der Armeebestand sicherzustellen sei.

Moderator auf der Maur nannte schliesslich das Beispiel eines jungen Mannes, der motiviert die Rekrutenschule begonnen hatte und sich am Ende dieser Ausbildungszeit fragte, wo überhaupt der Sinn und Zweck des Militär liegt. Auf der Maur fragte in diesem Zusammenhang die Podiumsgäste, was sie einem frustrierten Soldaten mit auf den Weg geben, der nach Abschluss der Rekrutenschule die Ausbildung mit der Waffe als komplett ungenügend bezeichnet und den eigentlichen Auftrag der Armee, die Landesverteidigung, in der Ausbildung vermisste.

Nationalrätin Seiler Graf führte hierzu aus, dass solche Probleme umgangen werden könnten, wenn zivile Berufserfahrungen in die Armee integriert werden könnten. Sie erkennt zum Beispiel ein Mangel an IT-Fachpersonen oder Ärzten, deren Integration in den Armeebestand einen deutlichen Mehrwert für die Armee aber auch die Armeeangehörigen selbst bedeuten würde. Somit würden die gesuchten Spezialisten auch innerhalb der Armee auf ihrem Berufsbereich tätig sein können, wovon sie selbst profitieren würden. Nationalrat Büchler sieht die von auf der Maur beschriebene Problematik des frustrierten Soldaten als Ausnahmeerscheinung. Im Grossen und Ganzen würden die guten Beispiele innerhalb der Armee überwiegen. Und diese dürfen nicht vergessen gehen.

Am Ende der Podiumsdiskussion war wenig klar, welche konkrete Meinung die drei Teilnehmer zu der allgemeinen Dienstpflicht haben. Dieser Umstand rührt vielleicht daher, dass aktuell nicht die Frage dringlich ist, ob eine allgemeine Dienstpflicht wünschenswert ist oder nicht. Aktuell viel wichtiger schienen in der Diskussion andere Reformen innerhalb des Militärs zu sein, die primär auf die Attraktivität der Organisation selbst, wie auch auf die Erfüllung des Verfassungsauftrags ausgerichtet sind. Was aus der Diskussion jedoch deutlich zu entnehmen war, ist der Wille zur weiteren Unterstützung des Zivilschutzes und des Zivildienstes. Insbesondere dürfen nach Aussage aller drei Nationalräte Probleme innerhalb des Militärs nicht zur Schwächung des Zivilschutzes oder Zivildienstes führen.

Der Jahresschlussrapport endete schliesslich mit einer detaillierten Zielvorgabe der Zivilschutzorganisation Hardwald. Kommandant Peter Schwarz sah unter anderem die verbesserte Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern, wie der Feuerwehr als grosse Aufgabe für das Jahr 2017. Die Einsätze zu Gunsten der Gemeinschaft werden im Bereich Betreuung auf dem Niveau ausgeführt werden, wie es in vergangenen Jahr der Fall war. Im Bereich Pioniereinsätze werden ausserkantonale Einsätze durchgeführt, mit dem Ziel Einsatzerfahrungen zu erlangen.

Ganz zum Schluss wurden die Beförderungen innerhalb der Zivilschutzorganisation vollzogen. Die Zivilschützer, welche das erforderliche Dienstalter erreicht haben, wurden aus der Dienstpflicht entlassen. Dies geschah in einer feierlich anmutenden Zeremonie, wobei die Austretenden allesamt eine personalisierte Flasche Wein geschenkt erhielten.
Nach dem Jahresschlussrapport trafen sich alle Anwesenden aus Politik, Verwaltung und dem Zivilschutz Hardwald noch zu einem gemeinsamen Essen, welches ein gemütliches Ausklingen ermöglichte.

 

Elias Krummenacher