einsatzbericht nothilfeeinsatz vom 30. april. - 05. mai

Diese Seite will: 

Worte des Kommandanten:

Nach Beendigung des Nothilfeeinsatzes unserer Kompanie 2 sind wir stolz auf unsere Leistung. Bei unseren Einsatzorten sind die wesentlichen Arbeiten zur Räumung der Wiesen durchgeführt. Die technischen Betriebe und die Landwirte waren sehr zufrieden. Das sind wir auch. Wir wurden im Unterengadin sehr freundschaftlich aufgenommen und die Zusammenarbeit mit den Ortsanssässigen war hervorragend. Die Landwirte unterstützten uns mit ihren Maschinen. Dank dieser Unterstützung und der Unterstützung durch die Abteilung Zivilschutz des Kantons Zürich sowie der ZSO Winterthur mit weiteren Maschinen erreichten wir ein unerwartet hohes Arbeitsergebnis.

Wir sind froh, dass wir unfallfrei blieben.

Die Unterkunft in Lavin war angenehm und die Zusammenarbeit mit der Hausleitung war sehr gut. Leider versagte die Küchenmannschaft bei der Reinigung und Rückgabe der Küche und auch die diesbezügliche Kontrolle/Einflussnahme der Einsatzleitung war ungenügend. Das trübt die ansonsten sehr gute Leistung und das überzeugende Auftreten der Einsatzkompanie. Schade ...

Das Kommando der ZSO bedankt sich bei allen Beteiligten Zivilschutzangehörigen und insbesondere bei unseren Freunden der technischen Betriebe Zernez. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Lesen Sie den Dankesbrief der Kantone Graubünden und Zürich durch einen Klick auf diesen Link.

Tägliche Berichterstattung von der Einsatzwoche

 

Montag, 30. April

In den frühen Morgenstunden versammelten sich die aufgebotenen Zivilschützer der ZSO Hardwald in Kloten. Zumindest die meisten davon, einige Aufgebotene rückten nicht ein. Nach einer Begrüssung durch unseren Kommandanten und anschliessender Besprechung der auf uns zukommenden Woche, setzte sich der Konvoi in Bewegung Richtung Zernez.

Abfahrt_30.04.jpg

Die Fahrt verlief planmässig. Den Regen mit seinen düsteren Wolken konnten wir bald hinter uns lassen. Bei Klosters verlagerte sich unser Tross auf die Schienen des Vereina-Tunnels. Für einige eine unerwartete Premiere.

image10.JPG image2(1).JPG

Angekommen in Zernez wurde nicht lange gezögert und sogleich mit den Arbeiten begonnen. Der Znüni ward ja schon auf der Fahrt verzehrt. Voller Tatendrang wurden die Arbeitsgruppen instruiert, das KP hochgefahren und das Mittagessen vorbereitet. Über Funk bemerkte man das emsige Treiben, die tadellose Koordination und die lösungsorientierten Zivilschützer in ihrem Element. Das Mittagessen wurde mangels Zeit und in weiser Voraussicht bereits im Kadervorkurs bei einem Restaurant um die Ecke bestellt. Die bündner Lokalspezialität Gertsensuppe, mundete und plötzlich kehrte erstmals Ruhe in die fleissige Runde.

Während die Verdauungsruhe abklang, versammelten sich erneut alle um unseren Kdt. Dieser bedankte sich ein erstes Mal für die geleistete Arbeit auf und neben den Schadenplätzen. Nach einem konstruktiven Austausch bezüglich des Einsatzes endete die Mittagspause genau so abrupt wie sie begann.

Die anstrengende Arbeit merkte man jedem einzelnen an. Es ist ein Knochenjob auf dem Felde. Welcher in Zusammenarbeit mit den lokalen Werksmitarbeiter und Bauern mit schweren Maschinen ergänzt wurde. Ebenso die ortsansässigen Schüler. Diese kamen zu Hauf mit Zangen und Eimern zu Hilf.

Das milde Wetter blieb uns durch den ganzen Tag erhalten. Hoffen wir es bleibt so.

Dienstag, 01. Mai

Mit frischem Schwung startete ein neuer Tag. Pünktlich um 07:00 Uhr legten die Arbeitsgruppen, koordiniert wie ein Uhrwerk, an den Schadenplätzen los. Der Maschinenpark wurde unterdessen temporär durch praktische Gerätschaften aufgestockt. Dies erleichterte und beschleunigte die strengen Arbeiten um ein Vielfaches.

 

Einsatz_01.05.76.jpg

DJI_0065.JPG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit erneut prächtigem Wetter und stabiler Truppenmoral konnten grosse Arbeitsfortschritte erreicht werden.

Am Nachmittag wurden wir zusätzlich durch eine Schulklasse verstärkt.Auch die Schulkinder legten sich ins Zeug!

Um die, aufgrund der geleisteten Arbeitsstunden entstandenen Schwielen etwas zu entlasten, konnte im Anschluss an den, dank 1. Mai, etwas früheren Feierabend, wahlweise ein kulturelles oder ein Wellness-Entspannungsprogramm gewählt werden.

DJI_0057.JPG

Summa summarum ein erstaunlich routinierter Tag mit wohlverdientem Feierabend.

Mittwoch, 02. Mai

Der wolkenverhangene Himmel verhiess wettertechnisch für diesen Mittwoch nicht nur Gutes. Dies bestätigte sich auch gleich zu Beginn des Morgens.

20180502_133523.jpg 

20180502_134615.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Starker Regen erschwerte den ganzen Tag die Arbeit. Nichts desto Trotz liessen sich die Zivilschützer nicht abhalten gemeinsam mit den Bauern vor Ort die Lage unablässig unter Kontrolle zu bringen. Im Gegensatz zum Wetter sorgte der sichtbare Fortschritt an den Schadenplätzen für eine stolze Zufriedenheit über die gemeinsam erbrachte Leistung. Nachdem die zuvor durchnässten Pioniere mit neuer trockener Ausrüstung in den Nachmittag starteten liess auch der Regen etwas nach.

Donnerstag, 03. Mai

Mit gewohnter Routine starteten wir in den Arbeitseinsatz. Jeder Handgriff sitzt. Jeder Ablauf funktioniert. Die Mannschaft lebt spürbar ein konstruktives Miteinander und Füreinander. Wie am Vorabend angekündigt bekamen wir heute hohen Besuch. Darunter waren frische Gesichter von Zivilschützern, welche verzögert aufgeboten wurden und solche die zu Besuch kamen. Auch die Politik und Medienschaffende waren vertreten.

Fadri Guler als Leiter der technischen Betriebe Zernez, Arnold Denoth und Carlo Bott erläuterten den Besuchenden die Lawinenereignisse in Zernez und die daraus entstanden Schäden. Sie lobten das hohe Engagement der einsetzenden AdZS unserer ZSO, konstatierten eine gute Zusammenarbeit und dankten herzlich für die Hilfeleistung aus dem Unterland. Stadträtin Priska Seiler-Graf liess sich interessiert die Schadenplätze, Unterkünfte und den Kommandoposten zeigen. Sie zeigte sich beeindruckt von der Aufgabenstellung und von der guten Arbeitsleistung der Kompanie 2 und dankte im Namen der Stadt Kloten für den Einsatz. Dieser Rundgang wurde durch berichterstattende TV- und Zeitungsjournalisten vom Engadin und vom zürcher Unterland festgehalten und dokumentiert.

03.05. Medienbesuch Zernez.jpg Einsatz_03.05.12.jpg

Während am Nachmittag erste Vorbereitung für die Rückführung des Materials anlaufen, kommen die Arbeiten im Feld weiterhin deutlich voran. Am Abend pflegen wir beim Kompanieabend die Kameradschaft. Mit Schulterklopfen muss allerdings noch etwas gewartet werden. Verdient wird es alleweil sein.

Freitag, 04. Mai

Heute ist der letzte Arbeitstag mit Einsatz im Schadengebiet. Wir ziehen die Arbeit durch. Ab 15:00 Uhr beginnen wir mit Materialparkdienst, Materialkontrolle und Reinigungsarbeiten an Fahrzeugen und im KP. Das bereit stehende Material wird laufend auf die Fahrzeug und die Anhänger verladen, nachdem diese vom Schlamm des Einsatzes im Gelände befreit wurden. So steht immer mehr Material geputzt und poliert bereit für den Rücktransport ins Mittelland. Nach Abschluss der Verlade-Arbeiten verschieben wir zum letzten Mal in die Unterkunft nach Lavin.

Schon bald steht dort auch die Küchenmannschaft mit dem letzten Abendessen bereit. Danach erhalten wir noch Besuch von unseren "Auftraggebern" aus Zernez. Fadri Guler und seine Mannen bedanken sich nochmals herzlich für die gute Hilfeleistung und die tolle Zusammenarbeit. Sie sind insbesondere von der spürbar grossen Motivation der Mannschaft begeistert. Zum Dank wird allen Anwesenden ein kleines Geschenk mit Spezialiäten aus der Region überreicht.

Praesent-3.jpg

Der Einsatz vor Ort findet anschliessend mit einem individuell gestalteten Abend seinen Ausklang. Während sich die einen angeregt und fröhlich unterhalten, absolvieren andere nochmals einen Einsatz bei einem Verkehrsunfall auf der nahe gelegenen Kantonsstrasse. Dieser wurde von der Unterkunft aus beobachtet und unsere Leute waren daher als erste vor Ort. Obwohl es zuerst ziemlich heftig aussah (der Motor des Unfallfahrzeuges lag auf der Strasse!) ging der Selbstunfall offenbar einigermassen glimpflich aus.

Während die einen den Abend noch länger ausklingen lassen, begeben sich andere nach und nach zu Bett - müde aber glücklich nach dem anstregenden Einsatz der vergangenen Woche.

Samstag, 05. Mai  

Der Samstag steht im Zeichen des Aufräumens und Putzens der Unterkunft sowie dem Verlad des restlichen Materials und Gepäcks. Mit dem Ziel zeitig nach Hause fahren zu können, wird die Tagwache wiederum auf 6 Uhr angesetzt, so dass die Putzarbeiten bereits vor 7 Uhr in Angriff genommen werden. Nach und nach wird das restliche Material und persönliche Gepäck in die Fahrzeuge verladen und die Materialanhänger werden in Zernez abgeholt. KP und Unterkunft werden blitzsauber gereinigt abgegeben. Leider kann dies bei der Küche nicht konstatiert werden. Nachdem die Küchencrew während der Woche einen guten Job gemacht und uns gut verpflegt hat, versagt sie bei der Reinigung und bei der Abgabe der Küche völlig. Da gibt es noch grosses Verbesserungspotenzial. Wir entschuldigen uns in aller Form bei Herrn und Frau Bonifazi.

Nach der Rückfahrt geht es darum, das viele Material an den verschiedenen Standorten der ZSO Hardwald wieder sauber und korrekt einzuräumen. Nach dem auch dies abgeschlossen ist, werden die Dienstbüchlein und der wohl verdiente Sold verteilt. Nach einer langen, intensiven und unfallfreien Woche, geht es dann endlich ins Wochenende...

Einsatzcrew_-Leitung.jpg

Die Einsatzleitung, das Einsatzkader und das Kommando der ZSO danken herzlich allen Teilnehmern für die engagierte Mitarbeit und den engadiner Freunden in Zernez und Lavin für die unkomplizierte und sehr unterstützende Zusammenarbeit. So macht die Hilfeleistung Freude.

 

So präsentierten sich die beiden priorisierten Lawinenschuttkegel anlässlich der Erkundung Mitte April.

Ein Klick auf das Foto führt zum Fotoalbum des "Nothilfeinsatzes"

Lawinenschuttkegel_Zernez.jpg