ferienprojekt "assista-2015", fotos und berichte 24. - 29. August

 

  

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Fotoalbum ASSISTA 2015  

 

Schlussworte des Einsatzleiters

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Ein weiteres Jahr „ASSISTA“ ist vorbei und wir blicken nunmehr schon das vierte Mal auf eine erfolgreiche Durchführung eines Einsatzes zu Gunsten der Gemeineschaft (EzGG) zurück, den wir in einer angenehmen und partnerschaftlichen Kooperation mit „Pigna – Raum für Menschen mit Behinderung“ durchgeführt haben.

Vor diesem Hintergrund ist es mir als Einsatzleiter ein persönliches Anliegen, mich bei Pigna für das entgegen gebrachte Vertrauen zu bedanken. Es ist für uns nicht selbstverständlich, als Fachfremde, ein Ferienangebot von dieser Grösse durchführen zu können. Mit der Unterstützung von Pigna, wurde uns dies ermöglicht. Mein Dank gilt auch unseren Feriengästen, die sich z.T. mehrmals dafür entschieden haben, ihre wohlverdienten Ferien mit uns zu Verbringen.

Letztlich bedanke ich mich bei meiner gesamten Mannschaft und insbesondere bei meinem Stellvertreter, Benjamin Lenherr, der gemeinsam mit mir am Aufbau dieses Einsatzes gearbeitet hat und einen massgeblichen Beitrag geleistet hat, dieses Ferienangebot zu einer Institution zu machen. Ein herzliches Dankeschön geht auch an Rhea Gössel, Teamleiterin bei Pigna, welche mit viel Verständnis und Lernwille sich den Rahmenbedingungen einer Zivilschutzorganisation angepasst hat. Es war ein Erfolg!

VIELEN DANK!

Adriano Pezzuca
Zfhr. Betreu / Oblt
Einsatzleiter ASSISTA 2012 - 2015

 

Tagesberichte

Montag, 24. August 2015, 13:00 Uhr

Die Zivilschützer trafen sich heute Morgen um 7 Uhr im Klotener Dorfnest zur ersten Orientierung. Nach einer kurzen Begrüssung vom Leiter Dienstanlass Walter Rüedi und dem Kommandanten der ZSO Hardwald Peter Schwarz, machten sich alle Zivilschützer auf den Weg. Während sich die Betreuer Richtung Pigna verschoben, um die Feriengäste mitzunehmen, fuhren die Verantwortlichen der Küche und Logistik unter Leitung von Walter Rüedi auf direktem Weg nach Arcegno.

Nach total freier Fahrt sind die ersten Mitglieder der ZSO Hardwald soeben im Campo Enrico Pestalozzi angekommen. Leider ist das Wetter noch nicht zum Besten bestellt. Es regnet bei leicht kühlen Temperaturen. Doch die Prognose verspricht ab morgen hochsommerliche Tage. Unsere Feriengäste sollten jeden Moment eintreffen. In erster Linie steht dann die Erholung und das Auspacken der Koffer auf dem Programm. Der Weg für das schwierig zu findende Arcegno ist markiert, die Zimmer mit den Namen bezeichnet und der Kommandoposten ist eingerichtet.

Liebe Leser|innen, sie werden täglich von unseren vielseitigen Aktivitäten informiert. Unsere Gäste werden erneut eine unvergessliche Woche mit vielen Emotionen erleben, davon sind wir alle überzeugt. 

Montag, 24. August 2015, 20:00 Uhr

Um 14 Uhr sind alle Gäste wohlauf angekommen. Wie angekündigt und genau so verständlich waren die Menschen mit Behinderung von der Reise etwas erschöpft. Leider machte der starke Regen keinen Halt, so dass die Outdoor-Aktivitäten ausgeschlossen waren. Nach den Zimmerbezügen liess man es sich dann dennoch nicht nehmen sich auf einen Austausch bei einem Kaffee zu treffen. Die meisten Feriengäste, die erneut wieder mit am Start sind, haben ihren letztjährigen Betreuer zugeteilt bekommen. Da ist es von selbstverständlich, dass alte Gefühle und lustige Geschichten aufkommen und auch gerne davon erzählt wird.

Das Abendessen war bereits ein erstes Highlight, bei welchem Pasta mit Tomatensauce zu einem gemischten Salat serviert wurde. So gesehen verlief der Start ins Lager mit grosser Ähnlichkeit wie im letzten Jahr. Nachdem der Hunger gestillt war, verkündeten Einsatzleiter Adriano Pezucca und Eventmanager Benjamin Lenherr diverse Informationen rund um das Lager. Besonders die Ankündigung für den morgigen Ausflug zum James Bond-Goldeye-Tal nach Verzasca sorgte für grosse Freude und Motivation. Um den Abend schön abzuschliessen, wird nun noch ein kleines Kino für die Gäste eingerichtet, um ein gemütliches Beisammensein zu gewährleisten.

 

Montag, 24. August 2015, 23:00 Uhr

Nachdem die Gäste noch einen Drink genommen beziehungsweise den Film zu Ende geschaut hatten waren dann schlussendlich alle Feriengäste zu später Stunde im Bett. Die Zivilschützer genossen ihre kurze Freizeit ebenfalls mit einem Feierabend Bier respektive mit gegenseitiger Unterhaltung. Um Mitternacht war definitives Lichterlöschen angesagt. Zur allgemeinen Zufriedenheit verlief der erste Tag ohne Anlaufschwierigkeiten.

 

 
Dienstag, 25. August 2015, 11:30 Uhr

Wie von der Prognose versprochen zeigt sich das Wetter heute von der besten Seite. Nach dem gemütlichen Morgenessen haben sich alle Betreuer und Feriengäste um 10:30 Uhr für die Abfahrt nach Verdasco versammelt. Um 11:30 Uhr sind wir beim Bungy Jumping Tal angekommen. Die Freude ist nicht nur bei den Feriengästen zu erkennen, sondern auch bei den Zivilschützern. In dieser furchterregenden Schlucht sind unter anderem Filmszenen aus dem James-Bond-Film "Golden Eye" gedreht worden. Man liess es sich nicht nehmen Erinnerungsfotos mit dem herrlichen Hintergrundpanorama zu schiessen. Nun geht es weiter nach Sonogno, wo zu Mittag mit den selbst vorbereiteten Lunchpaketen gegessen wird.

 

Dienstag, 25. August 2015, 20:00 Uhr

Kurz nach Mittag haben wir die Ortschaft Sonogno erreicht. Ein kleines ruhiges Örtchen. Die nächsten drei Stunden standen den Betreuern und den Feriengästen zur freien Verfügung. Die meisten Personen suchten sich ein komfortables Plätzchen, um sich mit den mitgenommen Picknicks zu verpflegen. Später machten einige einen Spaziergang in diesem kleinen Dorf. Andere wiederum bewegten sich nicht all zu viel und genossen einfach den Sonnenschein. Gegen 14:30 Uhr traf sich dann die gesamte Gruppe zu einem gemeinsamen Glacé-Essen im Schatten. Es war sehr unterhaltsam und alle hatten ihren Spass. Schon bald war auch wieder die gut einstündige Heimfahrt im Feierabendverkehr angesagt. Der ganze Tag war für uns Zivilschützer relativ ermüdend, notabene für die Feriengäste bestimmt mit grossen Anstrengungen verbunden. Zurück im Campo Pestalozzi suchten deshalb diverse Zivilschützer in Form von Sport ihren Ausgleich, aber für die Gäste war nur noch relaxen verständlicherweise ein Thema.

Das Abendessen war wirklich vom Feinsten und den Temperaturen entsprechend. Unsere Küche servierte uns Well-Done-Poulets mit gemischtem Salat und Chips. Zur Krönung durften wir leckeren Schokoladenmousse geniessen. Die Gäste waren derart begeistert, dass selbst einer von Ihnen das Wort vor versammelter Mannschaft ergriff und einen Sonderapplaus für die Küchenbrigade einforderte. Gemütliches Verweilen an der frischen Luft wird nun den schönen und ereignisvollen Tag abrunden. Analog dem letzten Jahr geht es morgen mit dem Schiff weiter nach Luino zum italienischen und traditionellen Mittwochsmarkt.

 

Mittwoch, 26. August 2015

Der heutige Tag hatte es in sich! Kurz nach 9 Uhr haben wir uns Richtung Hafen Locarno gemacht. Zuerst mussten wir geeignete Ganztages-Parkplätze für unsere Fahrzeuge finden. Danach haben wir gemeinsam das Schiff nach Luino IT genommen mit verschiedenen und schönen Haltestellen auf dem Weg nach Italien.

Jeder der Feriengäste wurde notabene von seinem Betreuer des Zivilschutzes begleitet. Gerade diese Betreuer machen einen hervorragenden Job. Das darf hier so geschrieben werden. Stets bemüht dem Feriengast das Leben und den Tag zu vereinfachen. Nie aus den Augen verlierend werden sie zudem unterhaltet und die Betreuer gehen diese verantwortungsvolle Aufgabe mit der nötigen Lockerheit an.

In Luino IT, dieser Ortschaft mit dem speziellen Flair, haben wir uns dann verteilt. In kleinen Gruppen folgte man seiner Shoppingnase. Viele kleine und grosse Marktstände mit allen möglichen Accessoires, Lebensmittel oder Souvenirs sind jeweils jeden Mittwoch aufgestellt, soweit das Auge reicht. Es war wirklich ausgesprochen heiss und die Sonnencreme durfte auf keinen Fall fehlen. Deshalb wurde zwischendurch eine Verpflegungspause in Restaurants eingelegt. Ganz egal ob dies beim Pizzaessen oder nur Kaffeetrinken war, alle erfreuten sich ihren neusten Schnäppchen. Nebenbei konnten diverse Themen mit den Pigna-Betreuerinnen zwecks Optimierung des Aufenthaltes angeschnitten werden.

Auf gleichem Weg zurück, welcher etwas über eine Stunde dauerte, konnten viele Eindrücke verarbeitet werden. Ich denke, dass der eine oder andere Zivilschützer darüber nachgedacht hat, wie sich diese Menschen mit Behinderungen wirklich fühlen? Wie es ist auf andere Menschen angewiesen zu sein aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit. Gerade hier sehen wir in unserer jährlichen Aufgabe den Sinn der Sache. Wir helfen unseren Feriengästen, welche sehr glücklich und humorvoll sind, eine Woche mit vielen positiven Erlebnissen und Emotionen ausserhalb ihres gewohnten Alltags zu erleben.

Nach der erfrischenden Rückfahrt hatten wir Locarno wieder erreicht und es ging mit den Fahrzeugen weiter nach Arcegno zurück. In den Bussen wurde der schöne Tag nochmals mit Radio Musik zelebriert.

Aufgrund der Müdigkeit nach der Reise wurde das Abendessen auf 19 Uhr verlegt, bei welchem Grillieren auf dem Programm stand. Es gab Bratwürste und Cervelats zu verschiedenen Salaten. Die Stimmung war eher etwas ruhiger als sonst, was auf die Strapazen des langen Tages und die Auswirkungen der Sonne zurückzuführen waren. Dennoch haben wir das Essen und den Abend in vollen Zügen genossen.

An dieser Stelle möchte ich gerne noch ein paar Worte über die Pigna-Kolleginnen verlieren. Man darf vor ihnen den Hut ziehen, dass sie überhaupt einen derart anstrengenden und verantwortungsvollen Beruf täglich ausüben. Dieser „Rund um die Uhr-Job“ ist definitiv nicht jedermanns Sache und verlangt viel Empathie. Das Team ist eingespielt und pflegt einen äusserst respektvollen Umgang miteinander. Allein die ganze Verabreichung und Kontrolle der verschiedenen Medikamente verlangt eine ungemein gute Organisation und Beobachtungsgabe, weil die Auswirkungen von Fehlern für die Gäste verheerend sein können. Die Dankbarkeit gegenüber den Zivilschützern ist ihnen stark anzumerken und wird von uns genauso geschätzt. In diesem Sinne können sie gelegentlich eine Verschnaufpause einlegen und ihre Woche im Tessin ebenfalls geniessen.

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Donnerstag, 27. August 2015

Der Donnerstag war von Alternativprogrammen geprägt. Den Feriengästen wurden drei verschiedene Alternativen geboten. Die Erste begann bereits um 09:30 Uhr. Rund 20 Personen nahmen die 50-Minütige Reise in Richtung Lugano nach Melide auf sich. Doch was macht diesen Ort so besonders? Die Swiss Minature! Die gesamte Schweiz ist in kleiner Form zu begutachten. Die wichtigsten Gebäude der Schweiz, wie z.B. der Flughafen Zürich, sind in Modellen nachgebaut sowie nachgestellte Fahrzeuge und Eisenbahnen sind unterwegs. Der Halbtages-Ausflug war von einem Mittagessen mit Pommes und Chicken Nuggets begleitet. Viele der Feriengäste haben sich Souvenirs der Schweiz beim Flanieren durch „die kleine Helvetia“ zugesichert.

Weitere 10 Teilnehmer des Ferienlagers, davon drei Feriengäste, entschieden sich kurz vor Mittag für die Variante zwei. Diese sah vor das erneut herrliche Wetter im Schwimmbad von Locarno zu geniessen. Ob es einfach nur im Thermalbad relaxen oder das Abrutschen auf Bahnen war, die Leute hatten absolut ihren Spass. Gemäss Feriengast Sandra war es einfach nur schön. Bei der Verpflegung entschied man sich auch hier für Pommes mit Chicken Nuggets.

Wem die ersten beiden Programme nichts sagten, der entschied sich für den Nachmittagsausflug nach Locarno. Feriengast Nicole fand gestern in Luino für sich persönlich nichts Gescheites. Deshalb wollte sie wie andere Feriengäste auch unbedingt in Locarno shoppen gehen. Flanieren, Spazieren und Kaffetrinken an der Seepromenade reichte für die dritte Gruppe mit 13 Personen völlig aus, um zufrieden zu sein.

Gegen 17:30 Uhr waren dann alle Protagonisten wieder im Campo Pestalozzi zurück und man freute sich abermals auf das Abendessen. Dieses Mal liessen wir uns mit Kartoffelstock, Gemüse und Fleisch kulinarisch verwöhnen. Ein herzlicher Dank gebührt an dieser Stelle der Küchenbrigade für das bis anhin tolle Kochen.

Freitag, 28. August 2015

Analog dem letzten Jahr war am Freitagmorgen die Kreativität der Feriengäste gefragt. Sie gestalteten selber einen Bilderrahmen, welcher mehrere Fotos, Unterschriften und Zeichnungen beinhaltete. Die Feriengäste verloren sich total in der Zeit, weil sie eine Art Erfüllung in ihrem Tun fanden. Diese grosse Freude wurde vom neuem Zivilschutzkommandanten Peter Schwarz beobachtet. Er ist heute Morgen angekommen.

Am Nachmittag steht ein Besuch der Falconeria auf dem Programm. Die attraktive Vorführung von Greifvögeln aller Art fasziniert Pigna-Bewohner wie Zivilschützer gleichermassen.

Fast zur Nebenerscheinung aber nicht minder wichtig gerät dabei der Einsatz der Polycom-Funkgeräte des Kommandopostens mit den jeweiligen Fahrern. Im Auftrag von Dave Eicher testen wir Zivilschützer den Einsatz der Funkgeräte im Betreuungseinsatz. Wir prüfen die Geräte auf deren Funktionalität und die Koordination sowie das Zusammenspielen der Abläufe. Im Ernstfall kann die ZSO Hardwald mit dieser Telematik auf direktem Weg in Kontakt mit der Feuerwehr, Polizei und Rega treten. Dies ist eine weitere Aufgabe, die unseren Einsatz im Tessin abrundet und dabei die Kommunikation der verschiedenen Teams vereinfacht.

Die Woche vergeht wie im Flug. Doch das ist auch gut so, denn dies bedeutet, dass der Aufenthalt spannend und kurzweilig ist.

 

Samstag, 29. August 2015

Der Samstag ist Rückreisetag. Nach der frühen Tagwache werden die Zimmer geräumt und das Gepäck zum richtigen Fahrzeug gebracht. Anschliessend geniessen wir zum Abschluss im Tessin nochmals ein richtig gutes, reichliches Frühstücksbuffet und dann fahren wir los.

Dank der minutiösen Vorbereitung klappt das Reisefertigmachen und die Reinigung/Abgabe der Räumlichkeiten hervorragend.

Mit den Feriengästen kommen wir noch ohne allzugrossen Stau durch den Gotthard. Bis 14:00 Uhr ist die Rückreise abgeschlossen und die Gäste sind verabschiedet. Das Nachdetachement gibt die letzten Räumlichkeiten bereits um 10:30 Uhr ab und reist anschliessend über die San Bernardinoroute nach Kloten. Um 16:00 Uhr erhalten die letzten ZS-Angehörigen ihr Dienstbüchlein und machen sich zufrieden und ein wenig stolz auf den Heimweg.

Dankbar sind wir, dass wir in der ganzen Woche, ausser einem verknacksten Knöchel, keinen Unfall hatten.

Die Angehörigen der Betreuung, der Führungsunterstützung und der Logistik haben, in Zusammenarbeit mit den Profis der Pigna in der Vorbereitung der Woche sowie in deren Durchführung, einen guten Job gemacht und damit im Tessin "una bella Figura" abgegeben.