einsatzbericht ferienprojekt "assista-2019" vom 19. - 24. august

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Tägliches Update
in der Einsatzwoche
 
 19. August 2019

Der Assista-Einsatz 2019 der ZSO Hardwald begann heute unter einem guten Stern, wenn auch nicht ohne technische Herausforderung. Wie schon in den Vorjahren ist der Einsatz der grösste, den die Betreuer in diesem Jahr durchführen. 52 Zivilschützer sowie sechs Betreuerinnen und Betreuer der Stiftung Pigna aus Kloten ermöglichen dabei, 19 Bewohnerinnen und Bewohnern der Pigna eine Woche lang Ferien im Campo Pestalozzi in Arcegno zu machen.

Vom Programm her ist der erste Tag schnell erzählt: Am Montag geht es jeweils schlicht darum, die Reise von Kloten ins Tessin zu meistern - ohne, dass dabei etwas im Unterland zurückbleibt, was unbedingt hätte dabei sein müssen.

Dieses Jahr war das Glück auf der Seite der Feriengäste und der Zivilschützer, auch wenn es zuerst nicht danach aussah: Eine leere Batterie in einem der Fahrzeuge machte der Einsatzleitung nämlich beinahe einen Strich durch die Rechnung. Glücklicherweise konnte das Fahrzeug aber nach einer erfolgreichen Überbrückung wieder zur Kooperation bewogen werden.

Die Fahrt ins Tessin selbst verlief danach reibungslos, kurz nach 13 Uhr hatten alle zwölf Fahrzeug den Gotthard-Tunnel hinter sich gebracht. Gerade noch rechtzeitig: Nicht einmal eine Stunde später legte ein Unfall den Verkehr im Tunnel nämlich für längere Zeit lahm. Mit dem gemütlichen Zusammensitzen beim Nachtessen wäre es dann wahrscheinlich nichts geworden, weil viele wohl erst am späten Abend im Camp eingetroffen wären.

Abgesehen von der Fahrt ist der erste Tag des Einsatzes jeweils geprägt vom gegenseitigen Beschnuppern und Abtasten. Zwar nehmen dieses Jahr zahlreiche Veteranen - sowohl auf der Seite der Gäste wie auch der Zivilschützer und bei den Mitarbeiterinnen der Pigna - am Einsatz teil, doch meistens hat man sich ja fast ein komplettes Jahr lang nicht gesehen. Und natürlich tauchen auch jedes Jahr wieder neue Gesichter auf.

Deswegen wurde der Nachmittag dazu genutzt, sich (wieder) kennenzulernen. Dazu wurden ganz unterschiedliche Methoden und Schauplätze ausgewählt. Eines der Fahrzeuge machte etwa auf der Fahrt Halt bei einem bekannten Fast-Food-Riesen, um sich bei Pommes und Burgern miteinander vertraut zu machen. Ein anderes Fahrzeug machte einen Abstecher nach Locarno, um in einer Pizzeria einzukehren. Im Camp wurde wie schon im letzten Jahr ein Bingo-Turnier veranstaltet, um ein paar erste Glückspilze zu eruieren. Daneben wurden auf dem Basketball-Court Bälle versenkt und vor der Unterkunft der Zivilschützer gemütlich geplaudert. Spätestens nach dem Abendessen und der inzwischen zur Tradition gewordenen Ansprache von Feriengast Ueli Erismann, der wie immer der Leitung und natürlich der Küche dankte, waren die familiären Bande dann wieder geknüpft.

Entscheidend für die kommenden Tage wird vor allem das Wetter sein. In den vergangenen vier Jahren musste das Programm eigentlich nie wegen Regens ernsthaft umgestellt werden. Dieses Jahr sehen die Wetterprognosen aber grosse Mengen an Nass voraus, was insbesondere für das morgige Programm - Ausflüge an den Lido in die Badi sowie Minigolf - wenig ideal ist. Ein Ersatzprogramm ist aber gemäss Einsatzleitung vorhanden. Sie erfahren deshalb morgen, ob die Feriengäste einen sommerlichen Badetag erlebten oder in einer Schokoladenfabrik etwas über die Herstellung süsser Köstlichkeiten erfuhren.

 

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Das Bingo-Turnier hatte sich am letzten Jahr bewährt und wurde auch dieses Mal - in wechselnd grosser Anzahl - gerne gespielt.

 20. August 

Der zweite Tag der Ferienwoche verlief dieses Jahr ein wenig anders als geplant. Denn das Wetter machte der Leitung wie befürchtet einen Strich durch die Rechnung - auch wenn es schliesslich erst am Abend wirklich regnete.

Doch der Reihe nach. Bis vor zwei Jahren war der zweite Tag jeweils für einen Ausflug vorgesehen. Allerdings reifte mit der Zeit die Erkenntnis, dass nicht alle Feriengäste darauf erpicht sind, bereits am zweiten Tag nach einem stressigen ersten Reisetag, früh aufzustehen, um einen längeren Ausflug zu unternehmen. Also wurde der Dienstag zu einem salopp formuliert "chilligen" Tag umfunktioniert: Auf dem Programm stand ein Ausflug in die Badi am Lido von Locarno sowie eine gemütliche Runde Minigolf in Ascona.

Doch weil die Wetterprognosen am Morgen sehr schlecht aussahen, wurde Plan B in die Tat umgesetzt: Ein Besuch des Schokoladenmuseums Alprose in Caslano sowie am Nachmittag zufriedenes Bummeln und Shoppen in Lugano.

Das Schokoladenmuseum widmete sich ganz der "Speise der Götter", wie den Gästen und Zivilschützern gleich am Eingang erklärt wurde. Das Museum ist Teil der Firma "Chocolat Alprose", die bereits 1957 unter dem damaligen Namen Titlis-Chocolat gegründet wurde. Die Fabrik ist Teil des Museums. Und ein kurzer Rundgang zeigte, dass die Firma auch heute noch Tausende Tafeln Schokolade pro Stunde produziert. Die Anlage für die gefüllten 100-Gramm-Tafeln beispielsweise könnte bei maximaler Kapazität pro Stunde 19440 Stück davon herstellen. Umgerechnet sind das 46600 Stück pro Tag oder 9331200 Stück pro Monat - was entsprechend ein Gewicht von 9,3 Tonnen ergebe. Gemäss eigenen Angaben produziert die Fabrik 6000 Tonnen Süssigkeiten pro Jahr.

Obwohl der kurze Rundgang durch die Fabrik sicherlich interessant war: Wenig geht über das Probieren der Produkte. Die verschiedenen Sorten von Tafeln und Dragees waren zum Kosten strategisch klug im Shop-Bereich untergebracht. Was dazu führte, dass viele Feriengäste und auch Zivilschützer das Museum strahlend und im Besitz reichlich eben erst gekaufter Schokolade verliessen.

Nach der Schokoladenfabrik erkundeten Gäste und Zivilschützer Lugano, die grösste Stadt des Kantons Tessin. Das Erforschen der Stadt fand dabei in verschiedenen kleineren Gruppen statt, damit die Feriengäste die Gelegenheit hatten, den Nachmittag nach ihren Wünschen zu gestalten. Feriengast Manuel und seine Begleiter schlenderten zum Beispiel gemütlich der Seepromenade entlang, bis man es sich in einer kleinen Pizzeria gemütlich machte. Eine Pizza Diavola - "Aber bitte ohne Oliven!" - bestellte sich Manuel. Später kam am See noch ein Glacé dazu. 

Andere Feriengäste gestalteten den Nachmittag etwa mit einer Fahrt auf der Ausflugsbahn "Roter Pfeil" oder nutzten die Gelegenheit für ein wenig Shopping.

Wichtig war dabei, dass alle zum Abendessen wieder im Campo Pestalozzi waren. Der Dienstag war nämlich vor allem für Feriengast Nadine ein besonderer Tag: Sie feierte ihren 27. Geburtstag. Dies wurde nach dem Abendessen mit einem "Happy Birthday" - gesungen von allen Gästen und Betreuern - sowie mit einem grossen Kuchen gebührend gefeiert.

 

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Feriengast Manuel genoss nach dem Rundgang durch das Museum eine Pizza Diavola - "aber ohne Oliven!".

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Feriengast Vlaznim fand gefallen an der Kuh der Schokoladenfabrik.

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Ein Gruppenfoto mit Feriengast Heinz (hintere Reihe links), Vlaznim (hintere Reihe 2. von links) und Sämi (hintere Reihe, 2. von rechts) vor der Kulisse des Lago di Lugano durfte natürlich nicht fehlen.

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Antonetta lies sich zusammen mit Betreuer Raphael nicht vom trüben Wetter beeindrucken. 

 21. August Immer am Mittwoch ist Markttag in Luino. Die Gemeinde, die mit rund 15000 Einwohnern ein wenig kleiner als Kloten ist, liegt am Ostufer des Lago Maggiore. Und einmal pro Woche - eben am Mittwoch - geht direkt neben dem Hafen die Post ab. Der Markt von Luino ist nämlich nicht irgendein kleiner Wochenmarkt, sondern gilt als einer der grössten dieser Art in ganz Europa. Unzählige Stände werden aufgestellt und man findet wirklich fast alles: Angefangen bei klassischen Kleiderverkäufern, die T-Shirts, Hüte, Jeans und Blusen feilbieten, über Spielzeug, verschiedene Köstlichkeiten aus der Region, darunter Wurst, Käse, Fische und natürlich auch Gemüse und Früchte, und schliesslich auch Waren für das tägliche Leben wie etwa Küchengeräte, Kaffeekocher und Schneidersachen. 

Weil der Markt im Sommer tausende von Besuchern anlockt, wird die Innenstadt für den Verkehr jeweils von 8 bis 16.30 Uhr für den Verkehr geschlossen. Dadurch verwandeln sich die Gassen und Strassen neben dem Hafen in dieser Zeit in ein heiloses Durcheinander und Gewusel von Besuchern und Verkäufern.

Und just in dieses Gewusel stürzen sich die Feriengäste und ihre Betreuer vom Zivilschutz jedes Jahr. Es gehört zu den Highlights der Woche und nimmt jeweils den ganzen Tag in Anspruch.

Der Tag beginnt jeweils einigermassen hektisch. Die Feriengäste müssen früh genug aufstehen, um ab 8 Uhr morgens ihr Frühstück einzunehmen. Grund dafür ist, dass nicht mit den Fahrzeugen zum Markt angereist wird, sondern mit dem Schiff. Und dieses fuhr heute um 9.40 Uhr ab Locarno. Zu spät kommen war keine Option.

Und für die Pünktlichkeit wurde man heute belohnt. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite - sonnig, aber nicht zu heiss - und so war bereits die Schifffahrt nach Luino ein Erlebnis. Die Route führt über Ascona und die Insel von Brissago und dauert rund eineinhalb Stunden. 

In Luino angekommen teilten sich Feriengäste und Betreuer in kleinere Gruppen auf. Damit konnte jeder Feriengast selbst bestimmen, was er zuerst machen möchte: Durch den Markt schlendern und auf Schnäppchenjagd gehen, ein leckeres Restaurant für ein klassisch-italienisches Mittagessen aufsuchen oder ein wenig der Seepromenade entlangbummeln.

Feriengast Silvio zum Beispiel kaufte sich direkt am Eingang des Marktes einen neuen Sonnenhut, bevor er dann mit seinen drei Betreuern in ein Restaurant für eine Pizza Prosciutto einkehrte. Erst nach dem Essen wurde dann die verschiedenen Seitengässchen erkundet. Für Silvio, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, gar nicht so einfach. Durch die vielen Leute war es zwingend, ihn behutsam durch die Menschenmasse zu manövrieren.

In Bezug auf das Shopping waren vor allem wieder Kleidungsstücke und Accessoires beliebt: Für Feriengast Gabi musste ein T-Shirt mit Pferdemotiv sein, für Kurt ein Hut mit Camo-Print. Manuel schlug gleich richtig zu, kaufte sich eine Kettchen mit einem Wolfskopf als Anhänger, dazu ein Armband und schliesslich ein Shirt mit Totenkopf und Motorrad - wie es sich für einen Rocker wie ihn eben gehört. 

Mit besonderer Spannung wird jeweils erwartet, was Feriengast Sämi vom Markt zurückbringt. Jedes Jahr hat er nämlich schon im Vorfeld eine sehr genaue Vorstellung davon, was es sein muss. Vor zwei Jahren schleppte er einen riesigen Modellkran von Luino zurück ins Camp und schliesslich nach Hause, völlig unbeeindruckt davon, dass das Gerät mehrere Kilo auf die Waage brachte. Dieses Jahr sollte es eigentlich ein Modellbagger sein. Es gab nur ein Problem: Sämi und seinen Betreuer konnten einfach keinen solchen Bagger finden. Für Frohnatur Sämi war das aber glücklicherweise kein Problem. Er entschied sich stattdessen für eine Multifunktionslampe. Nicht nur war er darüber sichtlich erfreut, er hütete seinen neuen Schatz auch wie ein Augapfel.

Um 15.20 Uhr legte das Schiff schliesslich wieder zur Rückfahrt nach Locarno ab. Und kurz nach 17.30 Uhr waren man wieder im Campo Pestalozzi angelangt, nach dem wie in jedem Jahr längsten Ausflugstag der Woche.

 

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Das Getümmel auf dem Markt konnte Feriengast Corinne nichts anhaben.

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Vlaznim liess es sich auf dem Boot gut gehen.

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Kurt (hinten links) und Fabian wussten das Sonnendeck zu nutzen.

 22. August

Wie bereits gestern erwähnt findet der grosse Ausflug nun bereits zum dritten Mal in Folge am Donnerstag statt. Dieses Mal war das Programm zeitlich gesehen relativ entspannt, stellte einige aber vor eine Mutprobe.


Geplant war ein Besuch auf die Cardada. Der Name bezeichnet einen Aussichtspunkt 1332 Meter über Meer in der Ortschaft Orselina, ein wenig oberhalb von Locarno. Theoretisch könnte man nahe des Bahnhofs Locarno die Standseilbahn zur Wahlfahrtskirche Madonna del Sasso nehmen und von dort dann auf die direkt daneben liegende Luftseilbahn auf die Cardada wechseln. Da unter den Feriengäste aber auch verschiedene Personen dabei sind, die nicht so gut zu Fuss sind, steuerten wir heute Morgen um ca. 10.30 Uhr direkt die Talstation der Luftseilbahn an.


Die Fahrt mit der Luftseilbahn war natürlich ein Highlight. Zwar braucht die Kabine der Gondelbahn nur 5 Minuten, um die 946 Höhemeter und über 2000 Meter Distanz zu überbrücken, der Ausblick, der sich dabei aber auf Locarno, Ascona, den Lago Maggiore sowie die unzähligen Bergzüge am Horizont gewinnen lässt, ist allerdings phantastisch. Der Nachteil: Die Fahrt in der Kabine, die Platz für rund 40 Personen bietet, ist für Menschen mit Höhenangst kein Kinderspiel. Und zwar aus verschiedenen Gründen.


Erstens: Am höchsten Punkt schwebt die Kabine rund 82 Meter über einem steil abfallenden Hang. Für solche, die bereits Herzklopfen kriegen, wenn sie auf einen Stuhl klettern müssen, um die Vorhänge abzunehmen, ist das mehr als hoch genug. Zweitens: Über grössere Strecken hängt die Gondel Zeit am Seil, ohne das ein Masten kommt: Das längste sogenannte Seilfeld beträgt 680 Meter, also fast ein Drittel der gesamten Streck. Drittens: Wer sich etwas mit der Geschichte der Bahn auseinandersetzt, liest ein interessantes Detail: Die 2000 erstellte und in Betrieb genommene Anlage war ein Meilenstein und Novum. Und zwar augrund der eingesetzten Technik, die in Fachkreisen umstritten war. Tatsächlich kommt die neue Bahn nämlich ohne sogenannte Fangbremsen aus. Fangbremsen sind normalerweise im Laufwerk untergebracht, also in dem Teil, mit welchem die Gondel auf dem Tragseil fährt, während sie dabei klassisch vom sogenannten Zugseil gezogen wird.


Diese Bremse fährt bei der Bahn auf die Cardada. Was zuerst einmal ein mulmiges Gefühl auslösen kann. Der Grund ist die erwähnte neue Technik: Die Bahn fährt auf einer Zugseilschlaufe, auf welcher die Gondel mit Klemmen festgemacht sind. Weil die Gondeln aber in der Berg- und Talstation keine Schlaufe mit dem Seil fahren können, müssen die Klemmen stets wieder gelöst und neu an das Seil befestigt werden. Dafür ist aber keine Bremse nötig, weil die Gondel gar nicht über ein Laufwerk bewegt wird.


Hauptsächlich dürfte aber schlicht die Höhe der Bahn dazu beigetragen haben, dass sich in der Kabine nicht alle gleich wohlfühlten. Manche waren völlig unbeeindruckten und freuten sich sogar über das kurze Gefühl von Vertigo, während die Bahn einen Masten passiert. Andere hatten ein offensichtliches mulmiges Gefühl. Zwei Feriengäste wussten sogar schon von Anfang an, dass die Fahrt mit der Gondel nichts für sie ist. Sie entschieden sich stattdessen für eine Partie Minigolf in Ascona.


Alle anderen unternahmen nach dem Ankommen auf dem Gipfel einen kleinen Spaziergang, auf welchem auch ein Gruppenfoto geschossen wurde. Danach blieb noch ein wenig Zeit für gemütliches Zusammensitzen auf der Terrasse, bevor es dann im Restaurant nahe der Bergstation ein dreigängiges Mittagsmenü gab. Wer wollte, konnte danach noch zur 150 Meter entfernten Aussichtsplattform spazieren, die einen sagenhaften Ausblick auf das Centovalli und das Maggiatal ermöglichte.


Um 15 Uhr galt es dann, mit der Kabine wieder ins Tal zu fahren. Für viele derjenigen, die bei er ersten Fahrt noch ein mulmiges Gefühl hatten, war das zweite Mal schon deutlich leichter. Zurück im Camp wurde der Tag mit dem Abendessen geschlossen.

 

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Die Fahrt mit der Seilbahn ermöglichte einen guten Ausblick, sorgte aber auch für Nervenkitzel.

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Auf dem Spaziergang auf der Cardada gab es für Feriengast Fabian eine unverhoffte Begnung der equinen Art.

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Der Ausflug wurde auch genutzt, um ein Gruppenfoto zu machen. Auf dem Bild abwesend sind die beiden Feriengäste, die statt auf die Cardada zum Minigolf gefahren sind sowie deren Begleiter.

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Für den Ausflug gab's ein "Daumen hoch!" von Feriengast Manu.

 

Der Donnerstag war noch in weiterer Hinsicht ein wenig speziell: Es war der letzte Tag, an welchem Reto Haltinner, welcher das Amt per 1.1.2019 von Peter Schwarz übernommen hat, noch im Campo Pestalozzi dabei war. Wegen einer Gemeinderatsklausur wird er am Freitag fehlen, danach am Samstag aber wieder Abtreten für die Zivilschützer leiten. Deshalb hier an dieser Stelle ein kleines «Nachgefragt» mit dem Chef, der dieses Jahr zum ersten Mal dabei war:


Reto, vorab: Wusstest du, was auf dich zukommt, oder hast du vor deinem Amtsantritt noch nie etwas von Assista gehört?

Nein, ich wusste schon von diesem Ferienprogramm. Ich war ja vorher beim Amt für Militär und Zivilschutz als Instruktor tätig und hatte deswegen Kenntnis davon, was der ZSO Hardwald im Tessin macht. Ich fand es schon damals bewundernswert, dass man um den Hardwald eine solche Initiative an den Tag gelegt hat. Hans Bühler (hat die Assista ins Leben gerufen, Anm. d. Red.), hat etwas auf die Beine gestellt, das sicher Mut gebraucht hat und dem man Beachtung schenken musste.

Mit den Details der Woche warst du aber wahrscheinlich nicht vertraut?

Nein, das kam dann erst nach und nach. Natürlich kannte ich das Jahresprogramm und wusste, ich darf und muss hier auch dabei sein. Aber vom genauen Ablauf hatte ich keine Ahnung.

Was hat dir in der Vorbereitung auf die Woche Bauchweh gemacht?

Das es viele Ungewissheiten für mich gab. Ich wusste zum Beispiel nicht, wie das Camp tatsächlich aussieht, welche Gebäude es hat, wie gut die Zimmer ausgestattet sind, solche Dinge. Mir war auch noch nicht ganz klar, was überhaupt meine Aufgabe sein soll und welche Möglichkeiten ich noch habe, noch gewisse Dinge zu lenken und zu steuern. Am wichtigsten aber: Ich kannte die Leute nicht – weder die Gäste, noch die Zivilschützer.

Und wie hast du die vier Tage nun erlebt?

Ich bin froh, dass ich viele Personen dabei  hatte, die das hier schon kannten und wussten, wie hier was läuft. Dadurch konnte ich mich vor allem auf das Verwalten und das Administrative konzentrieren und musste im Tagesgeschehen nicht wirklich mitmischen. Ich glaube, wenn ich da auch noch hätte mitplanen müssen, wäre es für mein erstes Jahr ein wenig viel gewesen.
Es war insgesamt ein sehr gutes Erlebnis. Ich hatte es natürlich gehofft, aber es war schon schön zu sehen, wie die Zivilschützer mit den Gästen umgegangen sind – und wie die Gäste mit uns. Ich musste auch nicht ständig «Du musst jetzt dies und jenes machen» sagen, das hat zum grössten Teil von alleine geklappt und falls es doch mal nötig war, haben der Leiter Betreuung und der Feldweibel eingegriffen.

Würdest du nächstes Jahr etwas anders machen wollen?

Ich denke, vor allem in der Vorbereitung würde ich nächtes Mal ein paar Sachen ändern. Nicht nur bei den Abläufen und bei der Planung, sondern auch bei ganz banalen Sachen: Wie wird das Material für den Transport verladen? Und was wird überhaupt mitgenommen? Wir haben Sachen ins Tessin geschleppt, die wir gar nicht gebraucht haben. Dafür fehlten wichtige andere Dinge: Wir mussten etwa Waschmittel kaufen gehen. Und ein gut ausgerüsteter Notfallkoffer wäre auch gut.

 23. August

Der Freitag ist der letzte richtige Ferientag im Campo Pestalozzi (der Samstag ist ja allein für die Rückreise eingeplant). Deshalb ist die Stimmung immer ein wenig speziell, zwar durchaus fröhlich, aber es ist offensichtlich, dass in den Köpfen vieler das baldige Ende des Abenteuers sehr präsent ist.

Das Programm am Morgen widmete sich denn auch genau diesem Thema: Das Basteln eines Erinnerungsstücks stand auf dem Programm. Dieses Mal durfte jeder mit unzähligen Fotos und Bastelgegenständen ein Tischset kreieren. Jeder Feriengast konnte dadurch etwas aus dieser Woche zurück mit nach Hause nehmen. Gleichzeitig ermöglichte das gemeinsame Basteln, die verschiedenen Erlebnisse der Woche noch einmal gemeinsam Revue passieren zu lassen. Auch viele der Zivilschützer beflügelte das Projekt kreativ: So wurden etwa an einem Laptop ein Logo mit Schriftzug geprintet undKurt erhielt sogar ein zusätzliches Tischset mit dem Logo des Zivilschutzes.

Der Freitag ist generell ein sehr gemütlicher Tag und dieses Mal war es nicht anders. Das einzige Mal diese Woche wurde das Mittagessen nicht unterwegs, sondern im Camp eingenommen. Danach konnten die Feriengäste selbst entscheiden, wie sie den Nachmittag noch verbringen wollten: Beim Shopping in Locarno, in der Badi oder vielleicht auch bei einem Eis in Ascona.

Nach dem Abendessen - es waren die bereits die ganze Woche sehnlichst erwarteten Burger - war es dann definitiv Zeit, die Koffer zu packen und das Camp so weit wie bereits möglich aufzuräumen und zu reinigen.

 

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 24. August

Über den letzten Tag der Assista gibt es nur wenig zu berichten. Zum Glück, besteht doch das einzige und wichtigste Ziel des Samstags jeweils darin, dass alle Feriengäste, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Pigna sowie sämtliche Zivilschützer samt ihrem jeweiligen Gepäck wieder sicher zuhause ankommen.

Der logistische Aufwand war wie immer gross: Vier Gebäude mit Massenschlägen und Schlafzimmern in verschiedenster Grösse mussten aufgeräumt und gereinigt werden. Die unzähligen Sachen, die es für eine Ferienwoche im Tessin halt so braucht, wollten verpackt werden und zwar so, dass in Kloten und in Bülach klar ist, wo genau welcher Koffer hin muss. Und schliesslich mussten auch alle zwölf Fahrzeuge - darunter auch solche aus dem Tösstal - gereinigt, getankt und wieder zurück an ihren Standort gebracht werden.

Es hat schliesslich alles geklappt. Die ganze Rückreise-Übung dauerte von dem Moment, als das erste Fahrzeug um 8.30 Uhr in Arcegno losfuhr, bis zu jenem Punkt, an welchem der letzte Zivilschützer abgetreten ist, bis in die frühen Abendstunden hinein. Alles verlief aber ohne Zwischenfälle. Der Tag bildete damit den würdigen Abschluss einer anstrengenden, aber eigentlich sehr sorgenfreien und vor allem gelungenen Woche.